Christine  von Uli Albrecht
verfasst im Jahre 2002 Kurzgeschichten Transsexualität Inhalt


Der Intercity von München nach Frankfurt Hauptbahnhof setzte sich langsam in Bewegung. Ich entschied mich für ein Abteil, in dem drei Frauen saßen. Zwei davon schnatterten unentwegt und unterbrachen ihren Redefluss nur, um mich von oben bis unten zu taxieren. Besonders lang blieben ihre Blicke an meinem hochschwangeren Bauch hängen. Die eine nahm nach dieser Pause den Gesprächsfaden wieder auf: "Also weißt du, die Nichte meines Nachbarn zur Rechten, Herr Gamsbichler, der, der samstags immer erst so spät den Gehweg fegt - wenn überhaupt - die hat schon einmal..." und hier senkte sie ihre Stimme zu einem Flüstern.

Ich nahm den freien Fensterplatz. Der gegenüberliegende war von der dritten Dame belegt. Sie lächelte mir freundlich zu und schaute dann wieder hinaus auf die vorbeifliegende Landschaft. Ich lehnte mich zurück und versuchte, zu entspannen. Meine Hand strich über den stark gewölbten Bauch, in dem das Baby kräftig rumorte. Nicht mehr ganz vier Wochen, dann würde es soweit sein. Die Dame gegenüber lächelte mich wieder an. Sie war top gekleidet. Ich schaute an mir herunter, steckte in dem Zelt von einem Kleid und den bequemen flachen Schuhen. Die Dame trug ein rotes Kostüm. Die taillierte Jacke betonte ihre gertenschlanke Figur. Die Beine in feinglänzenden Nylons hatte sie übereinandergeschlagen. "Tolle Beine!" dachte ich neidisch. Lange, schmale Füße in roten Lackpumps, sehr mutig, aber sie konnte es sich leisten. Es passte alles zusammen, auch die lackierten Fingernägel und der Lippenstift. Sie war dezent geschminkt, das Gesicht seltsam herb, aber sehr sympathisch. Eine tolle Ausstrahlung, als ob sie von innen her leuchtete.

Sie lächelte mir wieder zu und ertappt flammte mir die Schamesröte ins Gesicht. Ich hatte sie ungeniert von unten nach oben angeglotzt. "Entschuldigung", stammelte ich. "Aber ich habe gerade überlegt, ob ich jemals wieder so etwas tolles anziehen kann." Die Dame lachte leise und sagte: "Aber ich bitte sie, das ist doch gar kein Problem. Wer so auffällig gekleidet ist wie ich, muss einfach damit rechnen, dass die Leute gucken. Ich bin es gewohnt, dass man mich ansieht." Was für eine angenehme, tiefe Stimme sie hatte! Die beiden anderen blickten neugierig auf und steckten gleich darauf die Köpfe wieder zusammen wie zwei Schulmädchen. "Haben sie Lust, mit mir im Bistro einen Kaffee zu trinken?" fragte mich die Dame nach einem Seitenblick auf die Schnattergänse. Überrascht von diesem Angebot gab ich zurück: "Aber gerne, wenn es auch ein Tee sein darf?" Ächzend erhob ich mich. "Aber selbstverständlich", antwortete die Dame und hielt die Abteiltür für mich auf. "Darf ich vorausgehen? Es ist nicht weit." Ich folgte ihr durch den angrenzenden Grossraumwagen und bewunderte dabei ihren eleganten Gang. Wie sicher sie sich auf diesen Absätzen bewegte! Ich würde in solchen Schuhen ständig umknicken und kam mir in meiner Behäbigkeit und dem Watschelgang vor wie eine trächtige Elefantenkuh. Die Männer hoben die Köpfe von ihren Laptops und Geschäftsberichten, als wir an ihnen vorüberzogen. Anerkennend blickten sie der graziösen Dame hinterher, während ich am liebsten eine Tarnkappe aufgehabt hätte. Stärker konnten wohl die Kontraste in der Weiblichkeit nicht sein wie zwischen uns!

Endlich hatten wir das Bistro erreicht und erleichtert plumpste ich hinter einen Tisch. Der Kellner kam sofort und die Dame fragte mich: "Sie bleiben beim Tee?" "Ja, einen Pfefferminztee bitte." Sie überlegte kurz und bestellte dann einen Prosecco für sich. "Oder macht es ihnen etwas aus?" fragte sie mich. Donnerwetter, die hat feine Manieren, dachte ich, und so aufmerksam. "Nein, der Geruch von Kaffee würde mich eher stören. Seit ich schwanger bin, kann ich keinen mehr riechen, geschweige denn trinken", antwortete ich. Gutgelaunt sagte sie: "Wissen sie, es geht mir zur Zeit so gut, dass ich ständig jubilieren könnte wie ein gelber Kanarienvogel." "Oder wie ein roter!" konnte ich mir nicht verkneifen. Die Dame lachte so ansteckend, dass uns der Kellner erstaunt ansah, als er unsere Getränke brachte. Wir prosteten uns zu und ich konnte meine Neugierde nicht länger bremsen: "Was ist denn der Grund für ihre gute Laune, wenn ich fragen darf?" Sie trank noch einen Schluck und wurde dann nachdenklich. "Das ist nicht mit einem Satz zu beantworten." Ich entgegnete: "Wir haben drei Stunden Zeit, wenn sie auch bis Frankfurt fahren." "Das dürfte reichen. Ich habe das Gefühl, ihnen kann ich das anvertrauen. Sie sind so offen und dabei so nett. Ich täusche mich selten in meinen Mitmenschen." "Oh Danke für das Kompliment", gab ich zurück. "Sie sind mir auf Anhieb sympathisch gewesen", wagte ich mich vor.

Die Dame sah mir in die Augen und sagte: "Sie erwarten ein Kind und freuen sich ganz offensichtlich darauf. Ich habe beobachtet, wie sie die beiden Klatschweiber im Abteil angesehen haben, die so voller Neid und Missgunst ihrer Umwelt gegenüberstehen, dass es einen schaudert. Ich kann keine Kinder bekommen und obwohl ich Kinder sehr liebe, schmerzt mich das nicht." So alt ist sie doch noch gar nicht, dachte ich und platzte damit heraus. "Das ist bei mir keine Frage des Alters", entgegnete sie. "Ich bin 1961 geboren und im Sommer 40 geworden. Der eigentliche Grund ist, dass ich die ersten 35 Jahre meines Lebens in einem anderen Körper verbrachte als dem, den sie jetzt vor sich sehen." Ich runzelte die Stirn. "Wie meinen sie das? Haben sie es geschafft, in einem Jahr 40 Kilo abzunehmen und dafür im BRIGITTE Diätclub geehrt zu werden?" Sie lachte herzlich, reichte mir die Hand und sagte: "Ich heisse Christine." "Ich bin Uli." Wir stiessen mit Prosecco und Pfefferminztee an. "Ganz so ist es nicht", sagte Christine. "Obwohl meine Veränderung auch mit einem gewaltigen Gewichtsverlust einherging." "Jetzt mach«es nicht so spannend, ich platze gleich vor Neugierde!"

Christine kramte in ihrer Handtasche und förderte schliesslich ein kleines, angeknittertes Foto zutage. Oben links und unten rechts verrieten Ösen, dass es sich einmal in einem Reisepass oder Personalausweis befunden hatte. Ich schaute das Portrait eines etwas grimmig dreinschauenden, bärtigen Mannes an. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Christine war vorhanden. "Dein Bruder?" fragte ich und gab ihr das Bild zurück. Christine sah gedankenverloren auf das Bild. "Das ist Michael. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1992. Nein, das ist nicht mein Bruder und auch sonst kein Verwandter. Das bin ich oder besser gesagt, das war ich." Ein Schreck fuhr mir siedendheiss durch den Körper. Das Baby in mir bekam eine ordentliche Adrenalinwelle ab und reagierte prompt mit einem Schluckauf. Ich hielt mir den in regelmässigen Abständen zuckenden Bauch und war fassungslos. Um das peinliche Schweigen zu überbrücken, stammelte ich schliesslich: "Das ist ein Scherz, oder?" "Nein, es ist die Wahrheit", antwortete Christine leise. Besorgt sah sie mich an: "Ich hätte dich in Anbetracht deines Zustandes nicht so schockieren sollen, entschuldige bitte." Der Schluckauf des Babys hörte auf und ich fasste mich wieder. "Nein, keine Sorge. Das war schon o.k. Aber eine solche Eröffnung passiert einem auch nicht alle Tage!" Ich musste Christine neugierig anschauen. "Wie ging denn die Verwandlung vonstatten?" fragte ich. "Bist du jetzt nur geschminkt und trägst Frauenkleider?" "Nein. Es ist alles echt. Willst du wirklich die ganze Geschichte hören?" Ich lehnte mich zurück und sagte: "Heraus damit. Ich werde dich nicht unterbrechen."

"Also gut, Du hast es so gewollt. Ich bin eine vor einem halben Jahr operierte transsexuelle Frau. 1961 wurde ich als Junge geboren. Meine Eltern gaben mir den Namen Michael. Ich hatte eine relativ normale und behütete Kindheit, mit Kindergarten, Schule und so weiter. Meine erste mir heute noch bewusste Erinnerung, die mit meiner Transsexualität zusammenhängt, reicht in ein Alter von etwa vier Jahren zurück. Ich unterhielt mich mit meiner Mutter und fragte sie, wie ich denn heissen würde, wenn ich als Mädchen geboren worden wäre. "Christine" war ihre Antwort und das beschäftigte mich eine geraume Zeit. Ich begann mir vorzustellen, wie ich als Christine leben würde: ich könnte Röcke tragen, Zöpfe oder einen Pferdeschwanz haben und mit Puppen spielen. Ich traute mich allerdings nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. Man hatte mir gesagt, aus Jungen würden Männer und aus Mädchen Frauen. Ich war sehr traurig über diesen vom Schicksal so streng vorgezeichneten Weg, konnte meine Empfindungen aber nie richtig artikulieren. Diese geheimen Gedanken gruben sich damals in mein Gehirn ein, ich konnte sie zwar verdrängen, doch im Unterbewusstsein waren sie vorhanden.

Während ich größer und älter wurde, beobachtete und beneidete ich die Mädchen. Ich sah, wie sie sich kleideten und spielten und hatte dabei das Gefühl, von etwas ausgeschlossen zu sein. Als Junge konnte ich mich ihnen nicht anschliessen, ihre Gegenwart verunsicherte mich zu sehr. Ich bekam ein gestörtes Verhältnis zu ihnen und wäre so gern selbst ein Mädchen gewesen. Ich unterdrückte meine Sehnsüchte jedoch und schämte mich vor mir selbst. Irgendetwas war mit mir nicht in Ordnung, das spürte ich. Statt zu meinen Gedanken und Gefühlen zu stehen, steuerte ich entgegen und durch besonders männliches Gehabe versuchte ich jeden Zweifel an meiner Männlichkeit auszuräumen.

Ein besonderer Vorfall beschämt mich einerseits noch heute, andererseits war er ein Durchbruch für mich: Ich war 23, als ich meinen Cousin in Ohio, USA, besuchte. Er lebte dort in einer Kleinstadt und eines samtagabends hatte wir uns mit reichlich Bier genug Mut angetrunken, um tanzen zu gehen. Die Mädchen beachteten uns jedoch nicht - hätte ich an ihrer Stelle auch nicht getan, wer will sich schon mit zwei betrunken pöbelnden Kerlen einlassen? Jedenfalls gerieten wir irgendwann so ausser Rand und Band, dass wir nach der nächsten Abfuhr einfach unsere Bierflaschen nach dem Mädchen warfen. Gottseidank passierte ihr nichts. Wir hatten Glück - wenn man das so bezeichnen möchte - und mussten dafür nicht ins Gefängnis. Der Richter verurteilte uns zu einer Geldstrafe von 250 Dollar und dazu, in Frauenkleidern, mit Perücken und Make-up eine Stunde lang durch die Stadt zu laufen. Meinem Cousin war das entsetzlich peinlich, doch ich genoss es in vollen Zügen. Viel zu schnell war die Stunde für mich vorbei.

Als ich wieder zuhause war, nahm ich mir eine eigene Wohnung und begann, bei verschiedenen Versandhäusern Frauenkleidung zu bestellen. Es erregte mich sehr, nun meine geheimen Vorstellungen zuhause unbeobachtet ausleben zu können und mich im Spiegel als Frau zu erleben. Ich habe mich diesem Gefühlen manchmal tagelang hingegeben und selbst beim schönsten Wetter die Wohnung nicht verlassen. Danach ekelte ich mich sehr vor mir, ich empfand mich als pervers. In meinen weiblichen Phasen nannte ich mich Christine. Ich war ständig hin- und hergerissen zwischen meinem heimlichen Tun, bei dem ich sagenhafte Glücksmomente hatte und meiner männlichen Realität in meinem Beruf als Elektriker.

In dieser verstörten Phase meines Lebens begann leider auch der Alkohol eine grosse Rolle zu spielen. Mit Arbeitskollegen zog ich an den Wochenenden von Kneipe zu Kneipe, es wurde reichlich gebechert. Danach war ich körperlich jedes Mal ziemlich erledigt und gaukelte mir vor, die Sache mit den Frauenkleidern überstanden zu haben. Sie passten mir ohnehin allmählich nicht mehr, weil ich durch den exzessiven Alkoholgenuss immer dicker wurde. Kontakte zu Frauen hatte ich als Mann nicht, da waren einerseits meine Scheu vor Frauen und die Schwierigkeit, mit einer Frau überhaupt zu reden und andererseits mein unattraktives Äusseres in dieser Zeit. Das klägliche Scheitern meiner Versuche, in der biologisch vorgegebenen Rolle als Mann Fuss zu fassen, brachte mich zu der Erkenntnis, dass es mit meiner Männlichkeit nicht sehr weit her sein konnte.

Erstaunlicherweise beunruhigte mich diese Selbsterkenntnis nicht einmal. Im Gegenteil, ich empfand eine gewisse Befreiung und schämte mich nicht mehr vor mir selbst. Ich hatte keine Schuldgefühle mehr beim Tragen der Frauenkleider zuhause und der Wunsch keimte langsam in mir auf, auch einmal in weiblicher Rolle nach aussen aufzutreten. Dafür musste ich jedoch dringend mein Gewicht reduzieren, was mir durch eiserne Disziplin innerhalb eines Jahres auch gelang. Inzwischen war ich 35 Jahre alt geworden. Ich traute mich zunächst nur im Dunkeln in meinen Frauenkleidern aus dem Haus, wurde jedoch mit der Zeit immer mutiger. Die Angst, jemanden zu treffen, der mich erkannte, schmälerte jedoch das Vergnügen an meinen Ausflügen.

Als ich 1996 einen Computer mit Internetzugang anschaffte, gelang es mir, eine Selbsthilfegruppe ganz in meiner Nähe ausfindig zu machen. Bei den regelmässigen Treffen dort fand ich nach und nach den Mut, ganz und gar zu mir und meinen Empfindungen zu stehen. Ich erhielt dort auch die Adresse einer Psychotherapeutin, die mit mir anfing, meine Geschichte aufzuarbeiten. Es dauerte alles in allem noch eine Weile, bis ich mich zum sozialen Umstieg entschied. Ich begann mir die Haare wachsen zu lassen und blondierte sie sogar, was bei manchen Kollegen zu Irritationen führte. Auch meinen Kleidungsstil änderte ich, ich trug Sachen, die sowohl Männer als auch Frauen tragen können. Ich begann, Hormone zu nehmen, die meinen Körper allmählich fraulicher wirken liessen."

"Was bedeutet denn sozialer Umstieg?" fragte ich. Ich hatte nahezu atemlos Christines Bericht gelauscht.

"Sozialer Umstieg bedeutet, aufzuhören mit dem Versteckspiel und sich zu entscheiden. Meine Entscheidung lautete: Künftig will ich mit allen Konsequenzen als Frau weiterleben. Der nächste Schritt war, Verwandte und Bekannte einzuweihen. Am schwersten fiel es mir bei meinen Eltern. Als ich mich zum Gespräch mit ihnen verabredete, trat ich zum ersten Mal bei ihnen als Frau auf. Sie waren zwar schockiert, aber bereit, mich anzuhören. Mein Vater liess sich sogar zu der Bemerkung hinreissen, dass er mich zum ersten Mal stilvoll gekleidet sähe. Damit war das Eis gebrochen, obwohl meine Eltern noch lange damit zu kämpfen hatten. Sie fragten sich ständig, was sie wohl falsch gemacht hatten. In ihren Postkarten aus dem Urlaub stellten sie sich allerdings allmählich auf mich und Christine ein."

"Das war die familiäre Seite", stellte ich fest. "Und wie ging es dann weiter?"

"Im Frühjahr 2000 wollte ich mit dem Outing in der Firma den sozialen Umstieg abschliessen. Ich hatte nur noch dort meine männliche Rolle weitergespielt. Ich überlegte wochenlang, wie ich es am geschicktesten anstellen konnte, ohne den Verlust meines Arbeitsplatzes heraufzubeschwören. Ich setzte ein Schreiben an alle Kollegen auf und zeigte es zuerst meinem Chef, der sich erstaunlicherweise tolerant zeigte und lediglich meinte, arbeitstechnisch sehe er keine Probleme, da mein Beruf ja auch von Frauen ausgeübt würde. Ich verteilte also am nächsten Tag meine Briefe und gab meinen Ausstand als Michael. Am nächsten Tag erschien ich als Christine und gab meinen Einstand. Doch ich sollte mich getäuscht haben, dass damit der soziale Umstieg abgeschlossen war, denn der Vollzug des Wandels zur Frau stand mir noch bevor. Es waren diese Kleinigkeiten, die mich störten, ständig wurde ich in der dritten Person mit "er" angesprochen, was mich massiv störte. Zumal ich ja immer noch eine männliche Geburtsurkunde hatte. Ich begab mich also auf den Weg durch die Bürokratie, um alle Dokumente und auch Zeugnisse zu ändern. Das war die sogenannte Personenstandsänderung. Dann gab es noch die geschlechtsangleichende Operation, die von der Krankenkasse bewilligt werden musste und deren Vollzug schliesslich vor einem halben Jahr stattfand. Das ganze Verfahren dauerte alles in allem über vier Jahre, da immer wieder Gutachten erstellt werden mussten. Meine Therapeutin war mir eine grosse Hilfe in dieser Zeit.

Die Heilung ist sehr gut verlaufen und ich kann jetzt ganz offiziell als Frau leben, mit fast allem, was dazugehört. Nur Kinder kann ich keine kriegen. Aber das macht für mich auch das Frausein nicht aus. Die Suche nach mir hat mein ganzes Leben bestimmt und ich brauchte so viele Jahre, um mich endlich zu finden und zu mir zu stehen. Aber die Jahre haben sich gelohnt, nur so konnte ich meiner Sache ganz sicher sein. Ich wurde also ein zweites Mal geboren und dieses neue Leben werde ich jetzt nutzen, so gut es geht!"

Als Christine geendet hatte, schwieg ich betroffen. Mir brannten so viele Fragen auf der Seele. Ich konnte sie an dieser Stelle leider nicht mehr loswerden, da wir schon kurz vor dem Frankfurter Hauptbahnhof waren. Wir konnten im Abteil - das die beiden Klatschliesen glücklicherweise schon verlassen hatten - gerade noch unsere Telefonnummern tauschen, bevor wir aussteigen mussten. Wir sind seither in regem Kontakt.

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