Wenn es Gott gäbe  von Angelika Lindner
verfasst am 1. Oktober 2007 Kurzgeschichten Inhalt



Als Prometheus die Menschen gegen die Arroganz Gottes zum Widerstand aufrief, erzürnte dieser dermaßen, dass er beschloss, die Heimat des Menschen in eine Hölle zu verwandeln. Da der bisherige Höllenfürst Satan dieser Aufgabe aber nicht gewachsen war, brütete er einen anderen Plan aus. Es sollte alles in den Schatten gestellt werden, was an Grausamkeiten bisher vorstellbar war.

Er erfand also die Religion. Nachdem er die verschiedensten Varianten religiöser Massenverdummung ausprobiert hatte, erschien ihm der Monotheismus dann die Art von Religionen zu sein, die seinem Ziel am trefflichsten dienen würde.

Er fand schließlich in Moses (nachdem sein Plan mit Echnaton zunächst gescheitert war) einen geeignten Erfüllungsgehilfen. Er übergab Moses auf dem Berg Sinai einige Gemeinplätze, die für das Zusammenleben der Menschen ohnehin notwendig waren und trichterte ihm ein, nur durch die Eroberung fremden Territoriums könnten diese "ZEHN GEBOTE" genannten Binsenweisheiten durchgesetzt werden. Daraufhin setzte ein unglaubliches Gemetzel ein, aber das war ihm noch nicht genug, denn das Werk seines Knechtes Moses in Palästina unterschied sich nicht nennenswert von den gegenseitigen Abschlachtungen der Menschen anderswo.

Also sann er nach einer anderen Lösung. Schließlich schickte er den unehelichen Sohn der Ehebrecherin Maria namens Jesus ins Feld. Dieser war wesentlich erfolgreicher. Es setzte zum ersten Mal so etwas Ähnliches wie eine Globalisierung von Religionskriegen ein. Auch fanden die Christen - im Gegensatz zu früheren, wesentlich dilletantischeren Versuchen - nun sogar genügend Gründe, sich gegenseitig abzuschlachten. Es gelang sogar, dies auch noch unter religiösem Vorzeichen zu tun. Wie im Rausch perfektionierte Gott sein Werk nun noch weiter. Er geißelte die Menschen nicht mehr nur mit Religionskriegen, sondern kreierte eine wahre Hölle, indem er das Zusammenleben der Menschen auch in Friedenszeiten durch ein Klima vergiftete, das durch inbrünstige religiöse Bigotterie gezeichnet war.

Zufrieden betrachtete Gott sein Werk. Dabei kam ihm so manche Idee, wie er seine Rache noch perfekter auf die Menschen herniederdonnern lassen könnte. Von einzelnen Verbesserungen seines Racheplanes abgesehen, begann es ihm zu dämmern, dass es doch eine Möglichkeit der endgültigen Perfektionierung seines Vernichtungswerkes geben musste. Schließlich heißt es ja: Aller guten Dinge sind Drei. So reifte in ihm ein perfider Plan:

Im arabischen Wüstenkaff Mekka lebte ein schmieriger Kameltreiber, Gigolo, Kinderschänder und Heiratsschwindler namens Mohamed. Der sollte nun Gottes Werk vollenden und er trieb Mohamed dazu, marktschreierisch noch größeren Schwachsinn zu verbreiten, als dies seine beiden Vorgäger bereits getan hatten und seinem Sendungsbewusstsein auch mit Feuer und Schwert den nötigen Nachdruck zu verschaffen. Nach einigen Anfangserfolgen setzte aber eine jahrhundertelange scheinbare Lethargie ein. Gott überlegte also erneut, was er nun machen könnte.

Die übrige - also nichtislamische - Menschheit hat im Verlaufe der Jahrhunderte schon fast daran geglaubt, dass Gottes Zorn verraucht wäre, während sie gleichzeitig das Werk von Prometheus fortsetzte. Auch der letzte Rächer Mohamed war schon ewig zu Staub geworden und seine Jünger wurden als das gesehen, was sie waren: erbärmliche Spinner!

Aber dann ersandte Gott das Öl, die einzige Währung, die die Wirtschaft und damit die Lebensgrundlagen des Menschen scheinbar am Leben hielt. Er stattete vor allem seine Racheengel - also die Nachfahren Mohameds - in der arabischen Wüste damit aus. Wie Kinder freuten diese sich über ihren neuen Reichtum (dessen Zustandekommen ihnen auch nach mehreren Generationen immer noch unklar ist). Sie begannen also dann damit, ihren Glauben (der ja nichts anderes war, als Gottes Rache) aus der längst schon begraben geglaubten Mottenkiste zu holen. Es wurden mit den Ölmilliarden in den unmöglichsten Winkeln Moscheen errichtet und die Gesellschaften unterwandert. Wenn diese Entwicklung fortdauern würde, könnte Gott am Ende doch noch seinen Amoklauf "erfolgreich" beenden.

Es wäre doch toll, Gott einen Strich durch die Rechnung zu machen, oder?


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