vorige Etappe Etappenübersicht nächste Etappe

19.Tag (1. August): Tatranská Štrba - Tále - Banska Bystrica - Zvolen (122 km)

Dies war die schwerste und zugleich längste Etappe der gesamten Tour. Die Schwierigkeit bestand darin, dass ich den Hauptkamm der Niederen Tatra überqueren musste. Nachdem es zuerst durch die bereits in der anderen Richtung durchfahrenen Dörfer Važec, Vychodna und Hybe ging, bog kurz danach die Straße in Richtung Niedere Tatra ab. Über die Dörfer Malužina, Nižná Boca und Vižná Boca quälte ich mich teils strampelnd, teils schiebend den Pass hinauf. In der glühenden Mittagshitze hatte ich diesen dann endlich erreicht und ich freute mich nach einer kleinen Rast auf die Abfahrt. In rasender Schussfahrt ging es nun hinunter nach Myto pod Dumbierom (also dem Ort unterhalb des Dumbier, dem höchsten Berg der Niederen Tatra). In Tále, einem Urlaubsort unterhalb des Passes, wollte ich eigentlich an diesem Tage mein Zelt aufschlagen. Aber die Straße ging weiter bergab und ich hatte noch genügend Zeit, sodass ich beschloss, einfach weiter zu fahren. Ich erreichte das Tal des Hron (Gran), der bis an die ungarische Grenze fließt und dort in die Donau mündet.

Das Gefälle war nun nicht mehr so stark, aber noch vorhanden. So war die Fahrt sehr angenehm und nicht sehr anstrengend. Da es an diesem Tag sehr heiß war, kam nun natürlich das, was kommen musste: Es zog ein Gewitter herauf. Ich überlegte, mich in einem Haltestellenhäuschen unterzustellen, beschloss aber, noch eine Haltestelle weiter zu fahren. Dies war aber keine so besonders gute Idee, denn es begann nun blitzschnell zu regnen und zwar so stark, dass ich so nass war, als ob ich in einen See gesprungen wäre. Als ich am nächsten Haltestellenhäuschen vorbei kam, war das Gewitter wieder verschwunden und ich klatschnass.

Kurz danach erreichte ich Banska Bystrica, die Hauptstadt des damaligen Bezirkes Mittelslowakei. Diese Stadt war etwas größer als die anderen, die ich in der Slowakei durchfahren hatte und ich hatte einige Mühe, mich durch den dortigen Verkehr zu wühlen. Aber das nun wieder schöne Wetter verbesserte meine Laune zusehends, zumal ich nun auch wieder vollständig trocken war.

Nachdem ich die Stadt in südlicher Richtung verlassen hatte, musste ich wohl irgendwie auf die falsche Straße gelangt sein, denn plötzlich kam ein Schild mit einem roten Kreis und einem Fahrrad darin. Was sollte ich nun machen? Schnell mal eben abheben oder gar zurückfahren? Nein, ich fuhr einfach weiter. Nun wurde es noch lustiger: plötzlich war ich auf der Autobahn von Banska Bystrica nach Zvolen. Da ich wusste, dass diese genau in meine Richtung führte, beschloss ich, das Risiko zu wagen und die 20 km bis Zvolen auf der Autobahn zu bleiben. Nach einigen Kilometern überholte mich ein Streifenwagen der Polizei und ich dachte, nun bin ich dran. Aber die fuhren einfach weiter, hatten wohl etwas anderes zu tun.

Nachdem ich in Rekordzeit von einer halben Stunde diese 20 Kilometer zurückgelegt hatte, ereichte ich die südslowakische Kreisstadt Zvolen. Ich beschloss nun, hier mein Zelt aufzuschlagen, schließlich waren 122 km genug für heute.



vorige Etappe Etappenübersicht nächste Etappe