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3.Tag (30. Mai)
Wüstensachsen - Tann - Vacha - Bebra - Rotenburg (Fulda) (95 km)


Durch das Tal der Ulster ging nun in Sichtweite der höchsten Berge der Rhön zum Tal der Werra, welches ich im thüringischen Vacha erreichte. In dieser Gegend war ich zu DDR-Zeiten nie gewesen, da hier eine etwa 5 km breite Sperrzone lag, in die nur deren Bewohner hinein durften. Man konnte noch die alten Wachtürme und einen Teil der Sperranlagen sehen, mit denen die DDR ihre Bürger zum Bleiben im "Arbeiter-und-Bauern-Staat" veranlasste. Diese Grenze zog sich so auch durch die schöne Landschaft in der Rhön.

In Philippsthal erreichte ich wieder hessisches Gebiet. Dieser Ort ist vor allem für seinen Kali-Abbau bekannt, man sieht dies insbesondere an einem großen Förderturm, der das Stadtbild beherrscht.

Nun führte die Route noch einige Kilometer entlang der Werra, bevor ich dann deren Tal verließ, um kleinen Höhenzug des Seulingswaldes zu überqueren. Dieser bildet die Wasserscheide zwischen Werra und Fulda und somit kam ich in Bebra an diesen Fluss. Die letzten 10 km führten über einen Radweg entlang der Fulda bis nach Rotenburg.

Nachdem ich auf dem dortigen Campingplatz angekommen war, bermerkte ich, dass Dauercamper die Szenerie beherrschten. Mit neugierigen Blicken wurde ich gemustert, war ich doch so etwas wie ein Eindringling in deren kleine idyllische Welt. Aber ich wollte denen ja nichts wegnehmen, schließlich wollte ich ja am nächsten Tag wieder weiter, weiter, als diese Menschen wohl jemals mit Muskelkraft kommen würden. Mit solchen lästernden Gedanken und einem Schmunzeln auf den Lippen baute ich mein Zelt nun am Ufer der Fulda auf, kultiverte mich und kroch nach einem wie immer opulenten Abendessen wieder in meinen Schlafsack.



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