vorige Etappe Etappenübersicht nächste Etappe

12.Tag (8. Juni)
Kopenhagen - Helsingør - Fähre über den Oeresund - Helsingborg (60 km)


Für diesen Tag hatten wir geplant, in Kopenhagen zu bleiben. Wir ließen Zelt und Fahrräder auf dem Campingplatz zurück und fuhren mit dem Bus in die nahe Innenstadt. Nachdem wir anfangs noch einige Besorgungen erledigt hatten (er musste auf dem Postamt Geld abholen, ich mein Ticket für den Rückflug nach Nürnberg), bummelten wir ohne konkretes Ziel ein wenig durch das Stadtzentrum.

Irgendwann beschlossen wir, uns die Carlsberg-Brauerei anzusehen. Es gab dort geführte Besichtigungen und wir losten aus, ob wir in eine deutsch- oder eine englischsprachige Führung gehen. Ich verlor und so fand ich mich inmitten von Engländern, Iren, Amerikanern, Kanadier, Australiern und Neuseeländern. Am Ende der Führung gab es noch auf Kosten des Hauses einige Kostproben der verschiedenen Biersorten und nach einigen Flaschen waren wir ziemlich angetrunken und das am hellichten Tage.

In einem Anfall von Übermut beschloss ich, an diesem Tage doch noch weiter zu fahren, schließlich war ja erst Mittag. So trennten sich also unsere Wege. Während er in Richtung Jütland und dann zur Fähre nach Norwegen wollte, führte mich mein Weg über den Öresund nach Schweden.

Ich wundere mich heute fast noch ein wenig darüber, wie ich unbeschadet mit meinem durch den Genuss von etwas zu viel Bier arg schwankenden Gefährt durch das Großstadtgewühl von Kopenhagen gekommen bin, aber ich habe es geschafft. Dass die Stadt über ein hervorragendes Radwegenetz verfügt, hat mir wohl beträchtlich dabei geholfen.

Über Klampenborg - dort fahren viele Kopenhagener zum Baden hin - kam ich nach Tarbæk, dem nördlichsten Stadteil von Kopenhagen. Nun ging es auf einer sehr dicht befahrenen Straße durch den endlosen Vorortbrei von Kopenhagen in Richtung Helsingør. Aber die meisten der vielen Ortschaften waren schmucke und gepflegte Wohngegenden, offenbar wohnte hier im nördlichen Kopenhagener Vorortbereich nicht unbedingt die Unterschicht.

In Helsingør angekommen sah ich, dass der Öresund hier besonders schmal war. Er wirkte nur noch wie ein breiter Fluss und so dauerte die Überfahrt mit der Fähre nach Schweden auch nur 20 Minuten.

Nun war ich also in Schweden, in Helsingborg. Der Campingplatz lag in der Nähe eines Hafengeländes im Süden der Stadt. An der Rezeption musste ich neben dem Übernachtungspreis erst einmal einen sogenannten Campingausweis kaufen, der auf schwedischen Campingplätzen obligatorisch ist. Nun musste ich mich an die schwedischen Preise gewöhnen, die im Regelfall alles Andere als Schnäppchenpreise sind. Ich kochte mir noch schnell etwas, bevor ich mich dann zur Ruhe begab.



vorige Etappe Etappenübersicht nächste Etappe