Die Tour 2009 USA 2009 Fahrradseite

von
Minneapolis
über
St. Louis
nach
Memphis
Länge: 1626 km
Dauer: 18 Tage

Minnesota

Wisconsin

Iowa

Illinois

Missouri

Kentucky

Tennessee

Tour
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seit dem 13.08.2009


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2009 USA


Die Einzugsgebiete des Mississippi und seiner Nebenflüsse Missouri, Ohio und Arkansas.

Die zehn Anreinerstaaten des Mississippi

Meine Tour entlang des Mississippi
Warum ausgerechnet die USA, warum ausgerechnet am Mississippi?

Im Frühjahr des Jahres 2009 wurde festgestellt, dass ich an einer unheilbaren (wenn auch nicht tödlichen) Krankheit leide, die in ihrem Verlauf zu immer weiteren Einschränkungen führen kann. Das hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass ich nun endlich einmal etwas machen muss, was von den üblichen Ausflügen in die Nachbarländer abweicht. Ich überlegte einige Zeit, was für mich da wohl in Frage käme:

Europa? - zu nah, da kann man da ja noch jederzeit hin,
Australien? - für eine Fahrradtour wohl zu groß und zu trocken,
Kanada? - möglicherweise zu kalt,
der Orient? - kam für mich noch nie in Betracht,
Südamerika? - zu anstrengend,
die Antarktis? - zu eisig.
Afrika? - zu unsicher,
Asien? - eine Option, aber ich wusste nicht, in welche Gegend.

Also blieb für mich nur noch das Land, das für mich bis vor Kurzem noch eine NO GO AREA gewesen war: die USA. Eigentlich hatte ich mich schon immer für dieses Land interessiert. Schon als Kind hatte ich diverse Bücher über Indianer und Cowboys gelesen, auch Mark Twain hatte mit seinem Buch Leben auf dem Mississippi eine ganze Menge dazu beigetragen. Trotz mitunter nachlassendem Interesse hat mich vieles davon niemals ganz losgelassen. Gleichzeitig hat mich aber immer vieles eher abgeschreckt, ich hatte also schon immer ein eher zwiespältiges Verhältnis zu diesem Land. Aber vor allem Mark Twains Erzählungen über den Mississippi hatten es mir besonders angetan. Somit beschloss ich, eine Tour entlang dieses Flusses zu machen.

Vorbereitung

Ich hatte aber nicht unbedingt den Ehrgeiz, JEDEN Flusskilometer kennen zu lernen. Ich wusste, dass der Fluss in Minnesota entspringt und in Louisiana ins Meer mündet. Die Großstädte, die den Endpunkten des Flusses am nächsten liegen, sind also Minneapolis und New Orleans. Zwischen diesen beiden Städten wollte ich meine Tour machen, ließ aber offen, ob ich die gesamten 2500 Kilometer mit dem Fahrrad schaffen sollte. Als Mindestanforderungen setzte ich mir

1. die Mündungen der beiden größten Nebenflüsse Missouri und Ohio mit dem Fahrrad zu erreichen.
2. von Minneapolis bis in den tiefen Süden zu kommen,
3. mindestens 1000 Meilen (bzw. 1600 km) zu schaffen,

Im März 2009 begann ich mit den Planungen. Ich suchte mir Flüge heraus und fand dabei heraus, dass es bei Gabelflügen sehr kompliziert ist, das eigene Fahrrad mitzuführen. Ich buchte also den Hinflug für den 15. Juni 2009 ohne Fahrrad über London und Chicago nach Minneapolis und den Rückflug für den 15. Juli 2009 von New Orleans über Dallas nach Frankfurt. Zusätzlich hatte ich noch zwei Hotelübernachtungen in Richfield bei Minneapolis gebucht, weil ich einige Zeit brauchen würde, um mir ein Fahrrad zu kaufen.

Da es kein gutes Kartenmaterial über die USA gibt (übrigens auch dortzulande nicht), plante ich den gesamten Tourverlauf am Computer mit einem Tourenplaner. Ein ganzer Stapel Ausdrucke waren das Ergebnis, belasteten aber ein wenig mein Gesamtgewicht.

Die Anreise klappte reibungslos. Das Einreiseprozedere in Chicago hätte mich normalerweise ziemlich geschockt. Ich wusste aber inzwischen, dass die Amerikaner seit dem 11. Septmber 2001 ziemlich dünnhäutig sind und Ausländer nicht gerade mit Privilegien überhäufen. Bei der Ankunft in Minneapolis machte ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit den hohen Temperaturen und der enormen Luftfeuchtigkeit, die mich die ganze Reise begleiten sollten. Der Kauf eines Fahrrades gestaltete sich ebenfalls unkomplizieert. Einen Fahrradladen gab es in Fußwegreichweite vom Hotel. Im Hotel sagte man mir zwar, dass ich nicht bis da hin laufen könne, aber ich wusste ja, dass die Amis niemals einen Schritt zuviel zu Fuß machen. Das Gravierendste, was mir aufgefallen ist, war die Tatsache, dass es bei vielen Straßen keine Bürgersteige gibt. Aber das konnte mir ja dann egal sein, ich wollte ja mit dem Fahrrad fahren.


Der Bike Shop, wo ich mein Fahrrad kaufte


Da war es - mein neues Ami-Fahrrad


Tourverlauf

Ich startete meine Tour also am 17. Juni 2009 frümorgens. Entgegen mancher meiner Befürchtungen kam ich ganz gut aus dem Ballungsraum der Twin Cities heraus. Es ging zuerst abwechselnd durch Minnesota und Wisconsin, weil ich mehrmals den Mississippi überquerte, der die Grenze zwischen diesen beiden Bundesstaaten bildet.

Nachdem Iowa und das untere Wisconsin durchfahren war, kam ich nach Illinois. Dieser Staat besitzt den längsten Flussabschnitt am Mississippi und machte etwa die Hälfte meiner Fahrradtour aus. Der Verkehr nahm nun zu, die Straßen wurden aber noch schmaler. Es war manchmal ziemlich gefährlich, die geplante Route zu benutzen. Ich floh immer mal wieder auf Nebenstraßen, deren Verlauf aber aufgrund des schlechten Kartenmterials nicht immer klar war. Es gelang mir aber, weitgehend ohne lange Irrfahrten auszukommen. Gleichzeitig gab es in Illinois auf Teilen der Strecke sogar Radwege, sogar solche, die weit abseits des Autoverkehrs verliefen.

Ich fuhr auch in Illinois im Wesentlichen die so genannte Great River Road oder parallel verlaufende Straßen und Wege. Im oberen Abschnitt war der Straßenverlauf sehr anstrengend, das tief eingeschnittene Flusstal wurde immer wieder verlassen, um im nächsten Moment in rasender Schussfahrt wieder in dieses hinunterzuführen. Dies und die enorme Hitze brachten meine Planungen etwas durcheinander und ich verlor dadurch einen ganzen Tag. Das Streckenprofil wurde im mittleren Illinois aber glücklicherweise allmählich etwas flacher.

Mit den so genannten Quad Cities musste das nächste großstädtische Ballungsgebiet durchquert werden. In glühender Hitze durch endlose Gewerbegebiete zu fahren, macht nicht immer ganz so großen Spaß. Aber zum Glück ging auch das vorüber und es ging auch wieder durch ruhigere Gebiete.

Übernachtet habe ich entweder in Motels oder auf Campingplätzen, auf denen ich mein eigens zu diesem Zwecke mitgeführtes Zelt aufschlug. Die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten war nicht immer einfach, gab es doch in manchen entlegeneren Gegenden weder das Eine oder das Andere, aber irgendwie hat sich dann doch etwas ergeben.

Kurz vor dem Pere Marquette State Park brachen bei meinem Fahrrad plötzlich zwei Speichen weg und ich konnte bei sehr vorsichtiger Fahrweise wenigstens noch bis zu meinem Tagesziel kommen. Und dabei hatte ich mir extra ein Mountain-Bike gekauft, um gerade solche Speichenbrüche zu verhindern. Die Reparatur kostete mich einen weiteren Tag, wodurch meine Zeitreserven endgültig aufgebraucht waren.

Dann ging es durch St. Louis, wo sich die Mündung des Missouri befindet, des größten Nebenflusses des Mississippi. Hier verlief zum Glück ein Radweg bis in die Innenstadt mit dem Jefferson National Expansion Memorial . Über East St. Louis ging es dann wieder auf der Illinois-Seite weiter flussabwärts. Unterhalb von St. Louis verlief die Strecke zu einem Teil über ruhige Nebenstraßen, sadass ich hier mit 160 km meine längste Tagesetappe schaffte. Zwei Tage später erreichte ich mit Cairo den südlichsten Punkt von Illinouis an der Mündung des Ohio in den Mississippi. Hier konnte ich mich entscheiden, ob ich die Brücke über den Ohio nach Kentucky oder die übr den Mississippi nach Missouri nehmen wollte. Da ich erst mit der Fähre von Dorena, Missouri nach Hickman, Kentucky übersetzen wollte, entschied ich mich also für den Weg über Missouri. Nach der Fährpassage durchfuhr ich Kentucky, den mit 18 km kürzesten Abschnitt durch einen Bundesstaat und erreichte danach den Staat Tennessee und hatte somit den Süden erreicht.

Nachdem ich am Reelfoot Lake nahe Tiptonville, Tennessee übernachtet hatte, erwartete mich am nächsten Tag (4. Juli - Unabhängigkeitstag) ein Gegenwind, der teilweise Sturmstärke annahm. Eigentlich wollte ich mit einigen Gewaltmärschen die zwei bereits verlorenen Tage wieder wettmachen, aber unter den gegebenen Umständen war daran jedoch nicht mehr zu denken. Ich hatte nun zwei Möglichkeiten: entweder ich versuchte so weit wie möglich mit dem Fahrrad zu kommen und dann mit einem alternativen Verkehrsmittel den Rest der Strecke bis New Orleans zu bewältigen oder ich brach die reine Fahrradtour gleich ab. Ich hatte ja noch mehr als eine Woche Zeit bis zu meinem Abflug. Ich entschied mich also, die Fahrradtour in Dyersburg, Tennessee, das etwas nördlich von Memphis liegt, zu beenden und mir einen Leihwagen für den Rest der Strecke zu nehmen.

Ich bin also durch Tennessee, Mississippi, Arkansas und Louisiana mit dem Auto gefahren und habe mich dabei von den Strapazen der Fahrradtour erholen können. Ich habe mir noch vieles im Süden angesehen und so die Reise ausklingen lassen.

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